Warum das System will, dass du den Mund hältst und was du tun kannst.
Drei Gründe, warum du nichts merkst bis es zu spät ist
1. Fachchinesisch statt Klartext
„Rückkaufswert“, „Stornoabzug“, „Kostenfaktor K1“ – klingt nach Ordnung, ist aber oft ein Schleier.
Viele Begriffe in Lebensversicherungen sind bewusst mehrdeutig oder irreführend. Verstehen sollst du sie nicht. Hauptsache, du unterschreibst.
2. Abschlussprovision statt echter Beratung
Dein Vermittler verdient beim Abschluss – nicht am Ergebnis.
Was viele nicht wissen: Bis zu 3.000 € Provision gehen bei Vertragsabschluss direkt an den Vertrieb. Wie gut dein Vertrag wirklich ist? Spielt danach kaum noch eine Rolle.
3. Schweigen statt Hinweis
Niemand wird dich aktiv informieren, wenn du Geld verschenkt hast.
Rückforderung ist ein Recht, aber niemand ruft an, niemand schreibt. Kein Button, keine Hotline. Und das ist kein Zufall.
Die Zahlen, die verschwiegen werden
Und trotzdem denkt die Mehrheit: Das System sei okay. Weil niemand darüber redet.
82 % aller Lebensversicherungsverträge sind fehlerhaft (bei Widerrufs- und Rücktrittsbelehrungen).
In vielen Fällen führten Gerichtsurteile zu Nachzahlungen im vier- bis fünfstelligen Bereich.
Milliarden Euro zu Unrecht einbehalten – ohne Aufklärung, ohne Entschädigung.
Effektivkosten und Provisionen schwächen viele Produkte deutlich.
Die psychologische Wahrheit
„Wenn du den Leuten erklärst, dass ihre Versicherung sie über Jahre betrogen hat – sagen sie oft: Kann nicht sein.“
Es ist schwer, sich selbst einzugestehen, dass man getäuscht wurde. Das ist kein Zufall. Es ist Absicht. Psychologie ist Teil der Maschinerie.
Was du tun kannst
1. Informieren. Verstehen. Handeln
Lies, was dir nie erklärt wurde. Hinterfrage die Zahlen, die auf deinen Unterlagen stehen. Und prüfe, ob du Geld zurückfordern kannst, statt einfach zu kündigen.
2. Lass dich nicht abspeisen
Der Rückkaufswert ist kein Geschenk. Er ist oft nur das Minimum, das man dir zubilligt. Was dir wirklich zusteht, kannst du prüfen lassen – kostenlos, anonym, ohne Risiko.
3. Sprich darüber
Erzähle Freund:innen, Familie, Kolleg:innen davon. Denn Unwissen schützt niemanden. Schweigen stärkt nur das System, das von Intransparenz lebt.
4. Trau dich, unbequem zu sein
Stell Fragen. Ruf deinen Vermittler an. Oder besser: Hol dir unabhängige Hilfe wie bei Vertragshilfe24. Denn du bist kein „Kunde“ – du bist ein Vertragspartner mit Rechten.